Sony ICC500 PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Tuesday, 10 August 2010 10:51

 

Allgemeine Informationen


 

Name ICC500E
Hersteller
Sony
Baujahr
1967
Seriennummer Rechner
400318


 

Error

Division durch 0

wird nicht abgefangen, rechnet unendlich lang

-0 Fehler

?

Eingabe Überlauf

wird erkannt

Überlauf

wird erkannt

Null Unterdrückung

realisiert

 

Geschichte

Der Tischrechner Sobax ICC500 brachte Sony 1967 als erstes Modell zum Preis von 260’000 Yen* auf den Markt. Die Entwicklung von Rechnern startete Sony 1962, der erste Prototype MD5 wurde 1964 auf der Weltausstellung gezeigt.

Sobax steht für Solid State Abacus. Der Rechner hat eine 14-Stelliges Nixie Röhren Display. Er ist aus elektronischen Hybrid-Modulen aufgebaut, welche auf 5 doppelseitigen Platinen aufgelötet sind. In den Hybrid-Modulen wurden mehrere Komponenten wie Transistoren, Dioden und Widerständer auf Keramikmodulen aufgebracht und in Kunststoff eingegossen. Als Speicher wurde eine so genannte akustische Verzögerungsleitung eingesetzt. Dieses Speicherprinzip, damals allerdings mit Quecksilber realisiert, wurde schon 1951 im UNIVAC I verwendet.

Der letzte Buchstaben in der Typenbezeichnung ist ein Ländercode, welcher folgendes aussagt: E=Europa, W=World Wide, J=Japan

* 260’000 Yen sind unter Berücksichtigung der historischen Wechselkurse und des Index für Konsumentepreise im Jahr 2009 ca 8'500.- Fr.

 

Dimensionen

Grösse: b x t x h

Gewicht: xx kg

 

Funktionen

Der Rechner unterstützt die 4 Grundfunktionen und hat eine Memoryregister. Die Division durch Null wird nicht erkannt, der Rechner gibt keine Fehlermeldung und verfällt in einen unendlichen Loop, aus dem er nur mit der Taste „C“ gerettet werden kann. Der ICC500 bietet die Möglichkeit, den Dezimalpunkt fix an einem Regler unterhalb des Displays einzustellen. Der Dezimalpunkt wird allerdings im Display dargestellt. Eine Rundungsfunktion für die letzten 3 Ziffern kann mit der Taste 5/4-N-_ aktiviert werden.

 

Display

Der Rechner hat als Anzeige 14 Nixie Röhren. Das Minus-Zeichen und der Überlauf werden separat angezeigt. Dem Resultat vorausgehenden Nullen werde unterdrückt, ein aussergewöhnliches Feature zu dieser Zeit. Während der Rechenoperation wird die Anzeige nicht unterdrückt, so dass während der Rechenoperation die Anzeige sehr schnell wechselt.

Der Rechner unterdrückt vorhergehende 0, weshalb die Lesbarkeit des Resultats auf dem Display recht gut ist. Ein ausserordentliches Feature zu dieser Zeit.

Das Minuszeichen wird im Display immer ganz links dargestellt.

 

Elektronik

Die Elektronik ist mit Hybridmodulen auf 5 doppelseitigen Platinen, welche in einen massiven Aluminiumrahmen gesteckt sind, aufgebaut. Die Platinen haben eine sehr gute Qualität. Das Backplane ist handverdrahtet. Der Rechner ist für diese Zeit sehr schnell, er braucht 15 Millisekunden für eine Addition oder Subtraktion, 250 Millisekunden für eine Multiplikation und 400 Millisekunden für eine Division.

 

Das Memory ist mit einem sogenannten Delay line memory (http://de.wikipedia.org/wiki/Verz%C3%B6gerungsleitung) realisiert. Auf dem Foto ist nur das geschlossenen Gehäuse abgebildet.

 

Das Modul war nicht für Reparaturen durch Servicetechniker vorgesehen.

 

Spannungsversorgung

Das Netzteil ist integriert. Der Rechner lässt sich mit AC und DC betreiben. Das Netzteil konnte umgestellt werden zwischen AC 100, 110, 117, 125, 220 oder 240V 50/60Hz. Die Stromaufnahme beträgt 13 Watt (AC) respektive 6 Watt (DC). Ein separates Batteriepack sowie ein 12V Autoadapter waren erhältlich.

 

Tastatur

Die Kontakte der Tastatur sind mit Glas Reedkontakten (http://de.wikipedia.org/wiki/Reedkontakt) realisiert. Auf der Unterseite jeder Taste ist ein Magnet befestigt, welches am jeweiligen Reedkontakt vorbeigeführt wird und so den Schaltvorgang auslöst. Da die Kontaktstellen im Reedschalter von einem Schutzgas umgeben sind und beim Schaltvorgang so gut wie kein Strom fliesst, funktionieren immer noch alle Tasten einwandfrei. Die ganze Konstruktion ist pro Taste in einem Plastikgehäuse untergebracht, so konnten defekte Tasten relativ rasch ausgewechselt werden.

 

Der Dezimalpunkt wird unterhalb des Displays mit einem Schleifkontakt auf der Platine eingestellt.

 

Mechanischer Aufbau

Der Rechner ist in einem Aluminium Metall Chassis eingebaut. Das Gehäuse besteht aus Plastik. Jedes Teil war vorbildlich mit einer Seriennummer versehen.

 

 

Zustand

Ausser das das Gehäuse etwas verblichen ist, funktioniert der Rechner einwandfrei.

 

Weitere Informationen

http://www.oldcalculatormuseum.com/sony-sobax.html

http://www.devidts.com/be-calc/desk_18633.html

http://www.kantama.com/annex/sobax/sobax.htm

 

Last Updated on Sunday, 26 September 2010 19:04